Patronat: Dortmund (seit dem 11. Jahrhundert); gegen die Pest; der Maurer, Bildhauer und Steinmetze; von Kaufmannsbruderschaften
Historisch gesicherte Belege über den Heiligen Reinhold gibt es nicht. Der Legende nach entstammte er einem Adelsgeschlecht und soll im 10. Jahrhundert gelebt haben. Nach Jahren des ritterlichen Kriegsdienstes entsagte er dem weltlichen Leben und wurde Benediktinermönch im Kloster St. Pantaleon in Köln. Er arbeitete als Steinmetz am Bau des (alten) Domes mit und soll wegen seines Eifers vom Abt bald zum Vorgesetzten der Steinmetze ernannt worden sein. Diese lehnten sich gegen Reinholds Genauigkeit und übertriebene Strenge auf und erschlugen ihren Aufseher. Anderen Überlieferungen zufolge soll er für zu niedrigen Lohn gearbeitet haben und sich dadurch den Zorn der übrigen Handwerker zugezogen haben. Die Steinmetze warfen den Leichnam Reinholds mit Steinen beschwert in den Rhein, doch der Körper trieb wieder an die Oberfläche. Einer weiteren Legende nach wurde eine gelähmte Frau durch einen Traum zum Fluss geleitet und konnte den Leichnam bergen. Auf wundersame Weise wurde sie dafür von ihrer Krankheit geheilt.
Im Jahr 1059 ließ der Erzbischof Anno II. einige Reliquien Reinholds nach Dortmund bringen, wo er seit dem 13. Jahrhundert als Patron der Reinoldikirche gilt. Möglicherweise hatte ein Reliquienhandel zwischen den Städten Köln und Dortmund stattgefunden (Köln hatte von Dortmund Pantaleons-Reliquien erhalten). Neben diesen beiden Städten besitzt auch Toledo (Spanien) seit 1616 Reliquien des Heiligen Reinhold.
Im 12. und 13. Jahrhundert wurde die Reinholdslegende mit der Geschichte von den vier Haimonskindern verknüpft. Die vier Söhne der Grafen Haimon (unter ihnen Reinhold von Montalban) flohen der Sage nach auf dem wundersamen Pferd Bayard vor dem Zorn Karls des Großen (König ab 768, Kaiser 800–14; Heiliger), nachdem sie einen Sohn des Kaisers getötet hatten. Reinhold von Montalban tat Buße und trat eine Pilgerreise nach Jerusalem an. Nach der Rückkehr soll er am Bau des Kölner Doms mitgearbeitet haben. An diesem Punkt verschmelzen die beiden Personen in der Überlieferung, die in zahlreiche deutsche Volksbücher Eingang fand.
Darstellung: als bewaffneter Ritter, als Mönch
Attribute: Hammer, Maurerkelle, Messlatte

Quelle: Herder-Verlag