Leander von Sevilla

Namenstage: Leander

Funktion: Heiliger, Benediktiner, Erzbischof von Sevilla

Gedenktag: 13. März

Patronat: Sevilla; gegen Rheumatismus

Leander, geboren um 540 in der zum byzantinischen Reich gehörenden Hafenstadt Cartagena (Südostspanien), verschlug es auf der Flucht vor den einfallenden Vandalen mit seiner Familie in das westgotische Sevilla (Südwestspanien), wo er 562 Benediktinermönch wurde. Als sich sein Freund, Prinz Hermenegild (Heiliger), gegen seinen Vater, den Westgotenkönig Leowigild (568–86), auflehnte, gab dieser Leander die Schuld dafür und verwies ihn des Landes. Leander reiste nach Konstantinopel (heute Istanbul, Türkei), wo er den späteren Papst Gregor I. den Großen (590–604; Heiliger) kennen lernte. Um 577 konnte er in die Heimat zurückkehren und wurde im Jahr darauf zum Nachfolger des verstorbenen Erzbischofs von Sevilla geweiht. Fortan bemühte er sich um die Bekehrung der arianischen Westgoten zum katholischen Glauben. Als Erster konvertierte um 580 Hermenegild, und auf der Synode von Toledo im Jahr 589 erreichte Leander, dass auch König Rekkared I. (586–601), der ältere Bruder Hermenegilds, fast der gesamte Adel und der arianische Klerus dem Irrglauben abschworen und zur katholischen Kirche übertraten.
Leander starb am 13. März 600 in Sevilla. Er hinterließ mehrere Schriften, darunter »De laudibus et triumpho Ecclesiae« (Lobpreisung und Triumph der Kirche) und »De institutione virginum et contemptu mundi« (eine Schrift über die Frauenorden).
Leanders Grab befindet sich in der Kathedrale von Sevilla – neben den Grabstätten seines Bruders und Nachfolgers im Amt des Erzbischofs, Isidor (Heiliger), seiner Schwester Florentia (Heilige), die Äbtissin in einem Kloster bei Sevilla war, und seines jüngsten Bruders Fulgentius (Heiliger), der zunächst Bischof von Astigi (heute Écija, Südwestspanien) und später bis zu seinem Tod um 633 Bischof von Cartagena war.

Darstellung: als Benediktiner im schwarzen Habit oder als Bischof im Ornat; oft zusammen mit seinen Geschwistern Isidor, Florentia und Fulgentius

Attribute: Mitra, Stab; Buch und Schreibfeder (Gelehrsamkeit)

 

Quelle: Herder-Verlag

Dieser Text ist dem "Lexikon der Heiligen und Namenstage" entnommen. Albert Urban (Hg.), Herder-Verlag, Freiburg, 2010